My Writings. My Thoughts.

Tammy und mein Besuch auf der Loveparade in Duisburg- Schwein gehabt!

// Juli 25th, 2010 // 30 Comments » // Allgemeines, FAIL, Shocking, videos

ZUR INFO: SÄMTLICHE BESCHREIBUNGEN ENTSPRECHEN MEINER PERSÖNLICHEN MEINUNG UND MEINEM EIGENEN EMPFINDEN:

+++UPDATE: 2 Videos wurden mit Timestampdaten meiner Handykamera versehen.+++

Tammy und ich waren gestern auf der Loveparade in Duisburg und erlebten das Desaster aus nächster Nähe.

Eigentlich sind weder Tammy noch ich richtige Technofans oder gar Raver! Wir mögen die Art von Musik eigentlich nicht wirklich, entschieden uns aber aufgrund einer Bierlaune einfach dahin zu fahren und richtig fett abzuraven und uns ein wenig über die Leute zu amüsieren. Eine gratis Freakshow direkt um die Ecke kann man sich ja schlecht entgehen lassen.. ;)

Tammy, die Freundin meines Kumpels Kalli und ich machten uns also am Samstagmorgen mit dem Auto auf den Weg nach Duisburg. Wir kamen super durch den Verkehr – scheinbar plante kaum jemand die Anreise mit einem eigenen PKW – und parkten in Nähe des Eingangs auf der Johanniterstraße.

Wir gingen Richtung Eingang und standen bis zur Eröffnung des Geländes zum ersten Mal an diesem Tag in einer Menschenmasse, die sich aber gut auf den Straßen und der weitläufigen Kreuzung verteilte.

So ging es dann irgendwann hinein, Rucksäcke wurden nach Glasflaschen durchsucht bevor wir auf die Zufahrtsstraße zum Güterbahnhof gelangten. Ich hatte mich im Vorfeld kaum mit der Planung der Loveparade auseinandergesetzt und wunderten uns nicht über den weg durch die Tunnel, da ich vermutete zu einer solchen Veranstaltung würde es mehrere Zugänge geben.

Auf dem Gelände angekommen, stellten wir mit Erschrecken fest, dass der komplette Platz aus Gleisschotter bestand. War also weniger angenehm für die Füße und der Wind wirbelte feinen Staub auf, was später durch die fahrenden Floats und die tanzenden Menschen noch weiter begünstigt wurde.

Wir liefen also über das Gelände, ich kaufte 2 Dosen Bier (0,5L, Königs Pilsener) für 9€!

Im Preis inbegriffen war eine Pfandgebühr von einem Euro. Man erhielt eine Pfandmarke zur Dose so dass man seinen Pfand später wieder einlösen konnte.

Dann trafen wir auf meinen Freund Peter (Name geändert) , der als Polizist bei einer Einsatzhundertschaft dort seinen dienst leisten musste und schon seit den frühen Morgenstunden anwesend war. Er berichtete uns ,dass die Polizei die Gesamtveranstaltung von vornherein als kritisch bewertete: Der schlechte Untergrund und die Notausgänge die auf die befahrenen Gleise führten waren allerdings nicht die einzigen Sorgen der grünen Jungs: Die Halle in der Mitte der Area galt als stark einsturzgefährdet und durfte nicht betreten werden als auch der enge Eingangsbereich wurden von ihm kritisiert.

Er hatte dann scheinbar Feierabend um 15 Uhr, gab uns seinen Proviant in der Vermutung,dass er nun nach Hause fahren würde. Letztlich war er aber noch knapp 10 Stunden länger im Einsatz ab diesem Punkt wie ich heute erfuhr.

Wir feierten mit den Leuten um die floats, waren z.T. verwundert, dass es so gesittet und sozial ablief und kaum Alkohol oder Drogenopfer zu sehen waren. Eine gewisse Enttäuschung war auch vorhanden, da wir eigentlich von einer viel verrückteren Party ausgegangen waren wie man sie in den letzten Jahren im TV verfolgen konnte: Freaks in freakigen Kostümen und blanke Brüste waren echt die Seltenheit dort. Nachdem wir den Platz einige Male umrundet hatten und feststellten, dass es wirklich nur diesen einen Ausgang gab, der gleichzeitig als Eingang fungierte, entschlossen wir uns, die Segel zu setzen und nach Hause zu fahren bevor die Massenabreise beginnen würde.

Wir bewegten uns zum Ein/Ausgangsbereich, welcher zu unserem Erschrecken proppenvoll war: Der Bereich verlief auf einer ca. 80- 100 Meter breiten „Rampe“ hinunter zu den Tunneleingängen.

So staute sich die Menschenmenge vor uns zwischen 2 immer höher werdenden Betonwänden an den Seiten. Es gab unten nur die Möglichkeit durch die Tunnel zu entweichen (nach rechts oder links ? zum Parkplatz bzw. zum Bahnhof) sowie eine kleine Betontreppe an der rechten Seite.

Diese Treppe wurde von einem „Security“-Mitarbeiter bewacht so dass niemand nach oben in einen gesperrten Bereich vordringen konnte.

Wir stellten uns in braver deutscher Manier hinten an und es ging sehr langsam vorwärts Richtung Ausgang. Nach ca. 45 Minuten fanden wir uns mitten in dem Riesenpulk. Die Menschen um uns herum waren noch guter Dinge und man spaßte mit Galgenhumor über die schlechte Planung. Als dann klar wurde, dass von vorne Menschen einströmten und sich langsam in die andere Richtung durch unsere Reihen schoben, wurde die Situation verständlich für uns und die Umstehenden: Klar dass es nicht weitergeht wenn vorne die Leute rein und wir raus wollen!

Neben einer kleinen Rangelei irgendwelcher Asozialen, die sich mit aller Gewalt durch die Menschen drängten und schubsten, verhielten sich die Wartenden recht gesittet. Der Rädelsführer der Drängler wurde von einem Bär von Mensch mit einem Faustschlag ins Gesicht auf die Unmöglichkeit seines Vorhabens kurz und eindrucksvoll hingewiesen ;) .

Nachdem es ca. 20 Minuten lang nicht weiterging, begonnen die ersten Leute an der linken Seite einen Lichtmast die dort ca. 5 Meter hohe Mauer hinaufzuklettern, angefeuert vom Jubel der Wartenden. Gleichzeitig stürmten die Leute ca. 10 Meter vor uns auf die Treppe zu um diese zu erklimmen. Der Securitymitarbeiter wurde ersetzt durch einen Polizisten der Hundertschaft welcher dem Druck nicht standhalten konnte und so wenigsten dafür sorgte, dass die Treppe nach und nach benutzt werden konnte. Er war recht konsequent in seinem Handeln und setzte sich mit aller körperlichen Gewalt denjenigen entgegen, die auf der Treppe noch eine Show abziehen wollten. Ihm war vermutlich klar, dass er Stärke demonstrieren musste um nicht überrannt zu werden. Kurz darauf kamen ihm einige Kolleginnen und Kollegen zu Hilfe.

Ich entschloss mich direkt ein Video zu posten damit über die eklatanten Zustände direkt hingewiesen wurde und es nichts besseres zu tun gab. Leider brach das Netz zwischenzeitlich immer wieder zusammen so dassder Upload und Livestream nichtffunktionierte. Heftig, dass ich mit meinen Vermutungen schon 10 Minuten später verdammt recht behalten sollte…

Auch an dem Mast auf der gegenüberliegenden Seite stand mittlerweile oben die Polizei mit ca. 15 Personen und sicherte den Mast am Geländer, da immer mehr Leute versuchten diesen zu erklimmen und er bedrohlich schwankte. In dem Moment wurde mir klar, dass die Lage langsam außer Kontrolle geraten würde, bzw. es wahrscheinlich schon war, da die Polizei solches Verhalten üblicherweise nicht dulden würde.

Auf der rechten Seite wurde eine bewusstlose Frau die Treppe hoch geschliffen. Oben sah ich Jemanden eine am Boden liegende Person animieren, zumindest sah ich Pumpbewegungen des Oberkörpers. Um Tammy, der ich mittlerweile schon einen ungesunden Pulsschlag und leichte Beklemmungsängste ansah nicht zu beunruhigen verschwieg ich ihr meine Beobachtungen.

Ich postete ein zweites Video in welchem ich meine Bedenken konkretisierte. Als ich beim kommentieren des Videos wirklich die Gesichter und die Gesamtsituation ganz objektiv in bester Reporter-Manier bewertete, wurdemir klar, dass es gleich zum Eklat kommen würde.

Zeitpunkt lt. Handytimestamp: 16:43 Uhr

Ich überzeugte Tammy, unsere Abreisepläne aufzugeben und uns wieder auf das Gelände zu begeben. Der Entschluss war gefasst und wir quetschten uns zurück durch die Menge was recht gut gelang da die Leute hinter uns natürlich vermuteten, dass sich so vorne mehr Freiraum für Sie ergeben würde.

Hinter der Ansammlung am Ausgang formierte sich in dem Moment eine Polizeikette, an welcher wir im letzten Moment vorbei schlüpfen konnten indem wir eine Böschung erklommen. In dem Moment brach Geschrei und Gekreische hinter uns aus. Wir guckten kurz, entscheiden uns aber schnell die Beine in die Hand zu nehmen um nicht weiter irgendwo im engen Raum zwischen Menschen von der Polizei eingeschlossen zu werden.

In der Pressekonferenz heute sagte der Polizeisprecher, dass dies nicht so gewesen sei und der Zugang nicht abgesperrt wurde!?

Unser Plan war es nun in das hintere Ende des Areals zu verlegen um dort einen Notausgang zu nutzen in der festen Überzeugung, dass die Polizei diesen gleich öffnen wird, angesichts der drastischen Szenen an der Eingangsrampe.

Dort angekommen erkundigte ich mich bei einem Polizisten, ob die Ausgänge bald geöffnet werden. Er sagte mir, dass diese nicht geöffnet werden können weil ja Bahnbetrieb direkt dahinter verlief. Dieser müsse erst gestoppt werden um die Leute hier heraus zu lassen. Ein wirklich toller Notausgang war das! Was wäre gewesen wenn es echt eine Bombenexplosion gegeben hätte oder die Halle zusammengefallen wäre und hunderttausende Menschen dort auf die Bahngleise in den fahrenden ICE gelaufen wären? Wer genehmigt so einen Schwachsinn?

Das ist ja wie ein Notausgang im 10. Stockwerk der ins Leere führt! Ok, der Situation auf dem Gelände wäre man so entkommen aber zu welchem Preis?

In dem Moment, als ich mich dazu entschloss den Veranstalter direkt bei der Polizei vor Ort anzuzeigen – Zeit genug hatten wir dazu ja scheinbar, musste ich mit meinem Polizeiansprechpater ausweichen weil eine Gruppe Polizisten der Hundertschaft in Stärke von ca. 20 Mann aus dem Notausgang auf das Gelände in schnellem Tempo abrückte vermutlich als Verstärkung für die Rettungskräfte.

Wir entscheiden uns also an dem Notausgang zu verharren, bis sich irgendetwas an der Gesamtsituation ändern sollte. Wir entschlossen uns im Zweifelsfall den Zaun niederzulegen und daraus zu flüchten falls hier eine ähnliche Situation wie im Eingangsbereich entstehen sollte. Immer mehr und mehr Leute sammelten sich vor dem ersten Notausgang so dass wir weiter nach hinten auf das (sich scheinbar stetig füllende) Gelände zum Nächsten Ausgang auswichen. In diesem Moment waren wir schon ein wenig angepisst, machten aber nicht die Polizei dafür verantwortlich sondern ärgerten uns über die Gesamtsituation. Am nächsten Notausgang sprach ich erneut mit einem Polizisten (Chef einer Hundertschaft o.Ä.), wie er die Lage bewerten würde. Er nannte diese sehr kritisch, stellte noch einmal heraus, dass die Situation vorhersehbar wäre und die Polizei nun die Sache in die Hand nehmen würde. Bis dahin musste diese sich wohl an die Regeln des Veranstalters halten!? Dann hörte ich live den Funkspruch mit, dass nun hinten der Notausgang Nord geöffnet werden würde. Wir gaben Gas um dort als erste zu sein und schafften es zum Notausgang. Scheinbar noch niemand etwas davon gehört, denn der Eingang war wirklich schwach frequentiert obwohl nur wenige hundert Meter von der Mainstage entfernt.

Noch ein kurzes Video habe ich aufgenommen bevor wir das Gelände verließen. VORERST VERLIEßEN! (später mehr dazu..)

Zeitpunkt lt. Handytimestamp: 17:17 Uhr

Dieser Notausgang soll laut Aussage des Polizeisprechers heute im TV schon vor der Panik geöffnet worden sein – DAS ICH NICHT LACHE!

Wir suchten nun unser Auto, da wir nicht wie morgens vermutet, nahe des Eingangs das Gelände wieder verlassen hatten. Unsere Handys waren uns als Navigationsgeräte dank fehlendem Netz nicht hilfreich, auch die Polizei und die Rettungskräfte die wir ansprachen kannten sich nicht aus weil sie von weiter weg kamen (z.B. Malteser Göttingen). Wir irrten also umher, fanden dann anhand einer Karte einer Passantin und der Hilfe von Anwohnern doch die grobe Richtung in die wir laufen mussten. Das war jedoch leichter gesagt als getan: Die Straßen wurden von der Polizei abgesperrt und auch in den Gärten standen z.T. Polizisten die den kompletten Sicherheitsbereich abriegelten.

Nachdem wir bei einer Straßensperre zurück in eine andere Richtung geschickt wurden, dort aber auch nicht hindurch durften fanden wir uns kurz auf einer Straße gefangen… Zu dem Zeitpunkt war die Atmosphäre voller Rettungssirenen und mir war klar, dass da was größeres passiert sein muss als „nur“ ein paar ohnmächtige Besoffene, die die Sanis auf Trab hielten.

Wir meisterten es dann doch in de Richtung unseres Autos vorzurücken und kamen so auf die A59 direkt neben dem Gelände. Dort bot sich uns ein Bild des koordinierten Chaos: Auf der dem Gelände zugewandten Spur standen sicher an die hundert Rettungswagen, auf der Brücke in ca. 1km Entfernung landete ein Rettungshubschrauber. Wir mussten bis zu der Ausfahrt „Duisburg-Hochfeld“ um von dort an unser Auto zu gelangen. Wir liefen als die Strecke parallel zum Gelände auf der Autobahn zwischen Rettungswagen hoch in Richtung Ausfahrt als wir einen vermeintlich „kleineren“ Einsatz auf der anderen Fahrtrichtung bemerkten die als schneller Transportweg für Rettungsfahrzeuge genutzt und von Motorradpolizisten gesichert wurde: Es schien jemand einen Brückenrest am Fahrbahnrand heruntergestürzt zu sein und wurde schwer verletzt geborgen als wir passierten. Dies nur als Hinweis, dass es neben dem Eingangsbereich für die Rettungskräfte weitere Nebenschauplätze gab, die überblickt werden mussten.

An anderer Stelle war die Feuerwehr dabei mit Klettergurten und Brettern ausgestattet, eine Behelfsbrücke o.Ä. vom Gelände auf die Autobahn zu bauen…

Wir setzten unseren Weg fort, waren fast an der Ausfahrt angekommen und wurden dann von einer Frau in Zivil auf der Autobahn abgefangen die uns wieder auf das Gelände schicken wollte.

Zu diesem Zeitpunkt war ich schon wirklich sehr sauer und hatte aus den vergangenen Stunden gelernt, dass man stets 2 Mal überlegen sollte bevor man hier freiwillig durch ein Tor geht: Viele erwiesen sich als Einbahnstraßen. Wir sagten der Frau, dass unser Auto unmittelbar an der Ausfahrt in etwa 500m Entfernung stehen würde und wir es daher nicht einsähen, uns von unserem Weg ab wieder auf das Gelände bringen zu lassen. Als sie darauf beharrte, wurde ich wütend und gab ihr zu verstehen, dass es Polizisten brauchen würde, die mich wieder auf das Gelände in das schon von weitem sichtbare Gedränge zu bewegen und wollte mich gerade auf den Boden setzen als sie mir zu verstehen gab, dass sie ebenfalls von der Polizei, sogar der Einsatzleitung war und es wirklich da vorn zur Ausfahrt unter ging und dass sie dem Veranstalter am liebsten den „Arsch aufreißen“ würde wegen dieser Nicht-Planung. Das machte sie mir sympathisch und wir folgten dem angewiesenen Weg, vorbei an mittlerweile mehreren Rettungshubschraubern, die auf der Autobahn landeten und abhoben und die Menschen auf dem Weg einem Sandsturm aussetzten. Es ging dann über eine Hilfstreppe unterhalb der Autobahnbrücke in die FREIHEIT! Auch hier waren Einsatzkräfte von Polizei und Hundertschaft im Einsatz und regelten die Lage wirklich nahezu vorbildlich. Es versuchten sogar einige Personen den Weg andersherum zu nehmen um so auf das Gelände zu gelangen, trotz dessen dass alle, die ihnen entgegen gelaufen kamen, ihnen rieten lieber umzukehren.

Insgesamt trafen wir auf dem Rückweg einige Menschen, die uns erstmals vom Tod von 10 Menschen berichteten und uns dennoch nach dem Weg zur Loveparade fragten. Ok, wenn man 400km angefahren kommt, im Stau steckt, permanent hofft evtl. noch die Abschlusskundgebung zu erleben hat man natürlich eine gewisse Erwartungshaltung, aber wenn Tote im Spiel sind, hört der Spaß für mich/ uns echt auf!

Wir saßen so also endlich im Auto, hörten die Nachrichten und waren schockiert angesichts der Katastrophe, die wir so hautnah erlebt hatten, wenn auch mit dem rücken zum Geschehnis.

Auf dem Rückweg kamen uns viele (einige sogar noch auf der A43 in Haltern) Rettungswagen mit Blaulicht entgegen, die wahrscheinlich alle nach Duisburg fuhren.

Das Handynetz wurde erst weit hinter Essen wieder aktiv, so dass wir die gesamte Fahrt Freunde und Familie, die uns mit SMS und „Anrufen in Abwesenheit“ erfolglos zu kontaktieren versucht hatten, anriefen und von unserer Unversehrtheit berichteten.

Während wir gestern kaum schockiert waren über das Erlebte und knapp Verpasste, kamen Tammy und mir heute, nachdem man die Bilder, Videos und Hintergründe in den Medien sah, wirklich beklemmende Gefühle. Insbesondere weil die Personen die in den Videos direkt „im Auge des Sturmes“ zu sehen waren, genau diejenigen waren, die in unserer direkten Nähe standen als wir uns entschlossen haben auszuweichen. Ohne unseren Entschluss zum Rückzug wären wir da mittendrin gewesen und ich würde evtl. heute nicht mehr schreiben können…

Gestern, so frisch nach der Katastrophe schien es wie ein krasser aber nicht arg bedeutender Unfall. Heute titeln die Zeitungen zu recht „Todesparade“ usw. und wir waren dabei. Eigenartiges Gefühl.

Noch einige mir wichtige Punkte:

  1. Polizei und Rettungskräfte:Diese waren beispiellos freundlich und konsequent wie wir fanden. Z.T. Hätten diese noch konsequenter vorgehen können um z.B. die Bergung der Verletzten zu beschleunigen wäre ich durchaus damit einverstanden gewesen, die uneinsichtigen Personen, die den RTWs keinen Platz machten (obwohl es an der Stelle Ausweichplatz zu den Seiten gab) im Zweifelsfall niederzuknüppeln. So hätte mach einer der Verletzten evtl. schon nach Minuten statt nach einer halben Stunde geborgen werden können.
  2. Security-MitarbeiterMcFit als Veranstalter war hingegen scheinbar so konsequent, der eigenen Linie treu zu bleiben und billige Leistung zu liefern. Das Personal trug Security -Tshirts mit Mcfit-Logo und sah aus als hätten sie ihren Job bei einer Verlosung in den Fitnessstudios gewonnen ( mit ähnlichen Methoden casten die glaube ich auch ihre Werbemodels). Fazit: Die armen Mitarbeiter hatten keinerlei Ahnung von dem (wenns brenzlig wird) extrem verantwortungsvollem Job, den sie erledigen sollten. Wahrscheinlich gab es einen 3-stündigen Crashkurs o.Ä.
  3. Das Gelände:Ohne Worte!
  4. ZENSUR bei Youtube?Scheinbar sind viele Videos vom Geschehen bei Youtube direkt gelöscht worden. Vielleicht waren das die hunderte von Videouploadern selbst!? Btw: Youtube war meine ich ein Sponsor der Loveparade, zumindest mit eigenen Werbebannern vor Ort vertreten. Das lasse ich hier einfach mal so stehen ohne böse Behauptungen zu unternehmen.
  5. Pressekonferenz heute:
    War ein Lacher, was dort z.T. Behauptet wurde (sofern überhaupt etwas gesagt wurde und nicht gestammelt.) , z.B. dass der Notausgang schon vor der Panik geöffnet war. Stimmt so nicht mir unserem Erlebten überein. Ich wäre bereit, dieses so als Zeuge unter Eid auszusagen. Wenn man nicht weiß, was passiert ist, sollte man auch dazu stehen und sich nicht hinter Phrasen verstecken! Wenn man es doch weiß, sollte man schnell raus mit der Sprache: Es gab schließlich 1000de Zeugen. Ist ja kein kaputtes Kernkraftwerk, von dem nur ein enger Personenkreis weiß und man es deshalb vor der Öffentlichkeit vertuschen kann.

Fazit:

Ich war das erste Mal auf der letzten Loveparade und fand die Veranstaltung im Kern wieder Erwarten nicht unpassend für mich. Wir wollten uns ja eigentlich nur angucken, was da so los ist. Die Ausmaße und die Tragödie hätten vermieden werden können insbesondere weil alle Stellen die Ahnung von derartigen Projekten haben eindringlich vor den Folgen warnten. Die Stadt und die Politiker haben sich m.E. durch McFit massiv unter Druck setzen lassen und die Veranstaltung dann doch noch (wohl erst am Samstagmorgen!!!!) genehmigt.

Nachdem ich die Pressekonferenz sah, bin ich mir sicher, dass morgen Köpfe rollen werden bzw. morgen der erste involvierte seinen Rücktritt verkündet.

Nachdem ich die hilflosen Gesichter in der PK heute sah, hoffe ich auch dass die beteiligten Herren dort ebenfalls einen Seelsorger zur Verfügung gestellt bekommen. Dieser öffentliche Druck muss heftig sein.

Ich denke, das hier niederzsuchreiben hat mir ein wenig geholfen, das gestern Erlebte zu verarbeiten.
Der Artikel spiegelt ausdrücklich meine persönliche Meinung und meine eigenen Eindrücke wieder.

Um zu sehen wieviele Leute wirklich dabei waren, hilft evtl dieser Link weiter:

http://www.loveparaderavercount.de

Kommentare können hier losgeworden werden…

New York war geschockt: Ein Passagierflugzeug überflug in Kampfjetbegleitung im Tieflug Manhattan..

// Mai 4th, 2009 // 1 Comment » // Allgemeines

Abt. “War Scheiße, merkste selber, wa?”
Diese Meldung veranlasst zu Kopfschütteln bis zum Genickbruch: In den USA überflog vorletzte Woche die Airforce One (offizielle Präsidentenmaschine*) in NewYork u.A. die Freiheitsstatue und sorgte damit bei den vielen anwesenden Touristen für Aufruhr: Es entstand eine Massenpanik durch die Assoziation der Menschen mit den Parallelen zum 11. September 2001! Im folgenden Video zu sehen ist das Geschehen. Ich verstehe die Reaktion der Leute dort gut, aber seht selbst:

*Btw: Der Flieger war ohne Präsident unterwegs und daher nicht offiziell die Airorce One, ich weiß… Das Flugzeug wurde dort entlang geflogen weil Fotoaufnahmen von diesem vor der Freiheitsstatue gemacht werden sollten… Tststs, das ginge auch günstiger, wie hier von Scott Kelby gezeigt: http://www.scottkelby.com/blog/2009/archives/4564

So long,
H.

Shii – die Wii für die Frau von heute!

// April 30th, 2009 // 1 Comment » // Allgemeines

Nicht nur Männer und Kleinkinder haben Spass am wii-Konzept: Nach Wiifit und Wiigolf nun auch die Shii für die Frau:

So long,
H.

Oh yeah! Ein Must-Have: Das Jetlev-Wasserjetpack!

// April 21st, 2009 // No Comments » // Allgemeines, Inspiration, videos

Mit 64kmh durch die Luft und das Wasser düsen! Frei fühlen wie ein Vogel! Eher wie ein Kanarienvogel, da man ständig mit dem Schlauch an der Basisstation verbunden sein muss. (Woher soll das Wasser denn auch sonst kommen?)

2D-Trickfilm war gestern: innovatives 3D-Stop-Motion Video mit Wolf und Schwein

// April 21st, 2009 // 1 Comment » // Inspiration, videos

Schon seit ich denken kann, mag ich Trickfilme. Aber diese Art und Weise der Produktion verblüfft mich…Wieviel Zeit muss man haben? Wenn ich mal im Lotto gewinne und nie mehr arbeiten brauche, werde ich mir so und anders meine Zeit vertreiben…

Wie das Video gemacht wurde ist mir technisch schon klar, aber wie plant man sowas vorab? Macht man nen Storyboard oder einfach drauf los?

So long,

H.

Reallife Pac Man Attacks!

// April 21st, 2009 // No Comments » // Allgemeines

Verdammte Computerspiele! Seht nur, wozu sie uns Menschen verleiten, indem sie die Realität völlig falsch interpretieren:

Ja, ich weiß ich bin ein Hochstapler,- hab als Kind wohl zu oft Tetris gespielt..

so long,
H.

Mißglückter Wildwechsel auf Google-Streetview

// April 21st, 2009 // No Comments » // Allgemeines

Es gibt einen Todesfall zu beklagen im Staate New York:
Vorsicht Wildwechsel!

Zum Artikel bei Teczilla.de

Einfach affig: Schimpanse fährt Segway…

// April 21st, 2009 // 1 Comment » // Allgemeines, humor, videos

JapanTV ist sowas von sick, aber manchmal recht lustig:
Zu seinem 7. Geburtstag lernte dieser Affe in Fernost das Segway fahren…Bremsen eher weniger erfolgreich…

Der rappende Steward

// April 15th, 2009 // No Comments » // humor, videos

Nach den letzten improvisierte musikalischen Genüssen, will ich euch auch diesen Schmankerl nicht vorenthalten:

Der Airline-Rap:

twitpic.com sucks!- Alternativen gesucht…

// März 22nd, 2009 // 4 Comments » // FAIL, Twitter

Mit absoluter unglaublicher Unzuverlässigkeit ärgert mich twitpic.com:

twitpiclogo

Nach einigen Tests habe ich beschlossen, diesen Dienst nicht weiter zu nutzen, da fast jeder Bildupload dazu führt, dass in meinem Album anstelle des gewünschten Bildes ein mir völlig unbekanntes Foto im Album auftaucht. Lustigerweise wird dieses dort aber mit meinen Tags und meiner Bildbeschreibung eingefügt.

Ärgerlich vor allem: Der automatisch versendete tweet mit Link zum neuen Bild führt die geneigten User zum falschen Bild. Dieses ist bislang nicht fatal, da alle falschen Bilder recht sinnfrei waren. (Bsp. siehe unten)

WAS WÄRE ABER, wenn plötzlich ein Nacktfoto oder irgendwelche rassistischen, extremistischen, in welcher Weise auch immer "unangebrachten " Bilder erscheinen? Gleichzeitig werden meine letzten 5 Pics auch auf meinem Blog angezeigt. Könnte ich mich da evtl. sogar strafbar machen?

Um den Sachverhalt nicht auf die Probe zu stellen, habe ich mich entschlossen, diesen Service nicht weiter zu nutzen bis er sich  als zuverlässiger bewiesen hat. Also suche ich nach einer Alternative um meine follower nicht weiter mit falschen Links zu nerven.
Leider ist mir bislang kein alternativer Anbieter bekannt, den ich mit meinem Nokia N80 von unterwegs mit Bildern füttern kann. Vielleicht könnt ihr mir da was empfehlen?

Beispiel zum fehlerhaften Upload:

1. Bild von meiner Bartagame ausgewählt, mit nötigen Tags, Beschreibung und Ortsangabe versehen und "upload photo" geklickt.

2. Automatischer tweet wurde versand:  "@HumphreyBlogart  http://twitpic.com/2cq10 – Hat den ganzen Sonntag nur da rumgechillt: Barto, die #Bartagame"

3. Unter http://twitpic.com/2cq10 wird aber kein Bartagamenbild angezeigt, sondern:

Falsches Bild

Wer kennt diese Frau, diesen Hund, diesen Wald?

Ärgerlich!

So long,

H.